Nach 6 NĂ€chten - 2 davon vorm eingeheizten Kamin in Hardys Privatwohnung die er mir zur VerfĂŒgung stellte weils drauĂen so kalt war. Diesmal lehnte ich das Angebot nicht ab weil ich meine Klamotten und Schlafsack + Inlett waschen wollte. Ich hatte mich dummerweise beim letzten Wildcampen auf ne Banane die aufm Schlafsack lag gesetzt. Meine sĂ€mtlichen Klamotten hatten es nach 4 Wochen Tragezeit auch mal wieder nötig, obwohl Merino ja nicht stinkt und endlos getragen werden kann. So heizte ich mir ordentlich ein. Die MĂŒhlengemĂ€uer waren nach dem Winter noch richtig kalt. In den Tagen drauf wurds teilweise ĂŒber 30° C warm dass man den Unterschied zu drinnen kalt und beim Rauskommen wie in ne Sauna doch sehr stark merkte. Nach 2 NĂ€chten vorm Ofen der das Holz nur so frass u. nachts ausging baute ich am Samstag dann mein Zelt auf und es folgten einige angenehm warme NĂ€chte ohne dass ich meine ganzen Klamotten in der Nacht tragen musste damit ich nicht zu sehr fror.
Nach 6 NĂ€chten bei Hardys MĂŒhle zog's uns weiter. Es ging recht zĂŒgig durch Lettland đ±đ» nach Estland đȘđȘ. Die NĂ€he zu Russland đ·đș wurd uns wieder mit einem etwas mulmigen GefĂŒhl quittiert. Zuviel negatives zogen wir uns um Vorfeld durch die D Medien rein. Zus stand eine MillitĂ€r Brigade mit Fahrzeugen am StraĂenrand als wir auf dem Weg zum Peipussee waren. Ein mit StrĂ€uchern auf dem Helm getarnter Typ mit einem sehr jungen Gesicht hielt eine TĂŒr des Fahrzeugs fest als ob er nicht im Weg sein möchte. Die Tarnung sah keineswegs nach militĂ€rischer Ăbung aus sondern real nach Einsatz was unser mulmiges GefĂŒhl kurzzeitig verstĂ€rkte. Am Peipussee angekommen auf der Suche nach einem Wildzeltplatz fĂŒr die Nacht legte sich JOLIE vorzeitig schlafen. Sie war nach dem Abstellen in Sek. danach auf dem Untergrund zusammen gesackt. Wir nahmen die blaue Ortliebtasche u den Tankrucksack runter ... doch bekamen sie nicht allein hoch. Wir waren nach den ĂŒber 430 gefahrenen Kilometern groggy und hĂ€tten sie auch so nicht aufrichten können. Wir sind immernoch ungedopt unterwegs und ziemlich schwach. Hier ist noch off Saison und wenig los. Was aber den Nachteil hat dass auch wenig Volk unterwegs ist. Wir tigern los um Hilfe zu organisieren u. haben GlĂŒck dass bewohnte HĂ€user kommen u. wir mit einem Ă€lteren Herrn in seinem SUV zu JOLIE zurĂŒck fahren. Unsere Bedenken ob er es schafft JOLIE aufzurichten werden sofort im Keim erstickt .. er hat mehr Power als wir jemals hatten. Wir fahren sie auf den Feldweg wo sie Stand hat und beladen sie wieder. Dann mĂŒssen wir noch bis Kallaste fahren weil da ein Campingplatz sein soll. Wir sind erschöpft. Der Campingplatz hat noch geschlossen doch der Besitzer ist mit den Saison Vorbereitungen beschĂ€ftigt und wir dĂŒrfen bleiben. Erst will er nach Nachfrage 10 € nehmen ... doch dann dreht er sich um und sagt ich mĂŒsse nix zahlen ... ich sei der erste Gast 2026 wie ĂŒberall wo ich in den 8 Wochen aufgetaucht bin, ausser in France Quiberon. Er richtet sogar noch die Aussentoilette her. Am Wasser findet ein geheimer Mystery Abenteuer Gameshow Dreh statt mit zum Ende des game Abwackeln einer riesigen Strohpuppe.
Wir schreiben u. posten in Verzögerung mehrerer Tage und nicht regelmĂ€Ăig. Doch wer liest hier eh noch ...
Estland đȘđȘ hat's uns von den ersten Kurven angetan. Die hiesigen StraĂenbauer mĂŒssen eine Vorliebe fĂŒr Achterbahnen gehabt haben oder stink besoffen beim Bau gewesen sein In Lettland đ±đ» sind wir meist schnurrgrade geradeaus gefahren und in Estland đȘđȘ geht's gleich mit ner tollen irren KurvenfĂŒhrung los, wo man oben auf dem Scheitelpunkt nicht den weiteren StraĂenverlauf sieht. Ui das macht Laune. Doch auch hier gibt's gradeaus Strecken ... wir mögen das und können stundenlang geradeaus fahren.
Da wir unser Bike nicht selbst hochstemmen können mĂŒssen wir auf ellenlange einsame Schotterpisten in Zukunft verzichten. Die Tour ist anstrengend u. aufregend genug dass uns Asphalt reicht und wir garnicht so erpicht auf Wellblech mit zus Fahrspuren und Sand đ sind.
1 Kommentar:
...ich lese hier noch mit...
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