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Donnerstag, Mai 09, 2024

Tag 2 4 + 25 + 26 - 72 635 - ? - 73994 = 1 359 km

 Am Freitag 03. Mai 24 konnten wir zumindest noch trocken von oben, obwohl schon dunkle Wolken am Himmel standen, das Zelt und zwar nass durch die Nacht und alles andere zusammenpacken und aufsatteln. Irgendwann gegen halb acht rollten wir vom mit Wohnmobilen vollen Platz. Der Platz erwachte langsam, einige Camper liefen schon umher. Der eine führte seinen Hund Gassi, der andere schlich zu den Waschanlagen. Der Franzose mit Frau und 2 Hunden - für ihn einen großen Hund und für die Frau ein kleines Schoßhündchen - und einem großen Wohnmobil auf dem Stellplatz genau vor den Toiletten und Waschanlagen - sass schon bei einem Kaffee vor seinem Wohnmobil an seinem Tisch. Ihn baten wir den Tag zuvor unsere Technik aufzuladen, da es uns im Waschhaus zu unsicher wurde. Er nahm den Technik Sack sofort ohne Kommentar und steckte ihn an seinen Außenstecker am Wohnmobil mit zus Steckdose. Diese Euro Außenstecker mit zus Steckdose sind schon cool. Als ich die geladene Technik am Nachmittag wieder abholte lud mich seine Frau ein, auch weiterhin aufladen zu können. Der Franzose sprach mich mal wegen KNATTY an, doch da wir ja kein französich können, endete das Gespräch sehr schnell. Doch wir nahmen an dass es um KNATTY ging. Vlt fuhr er selbst mal, die Tage drauf trug er ein Biker T-Shirt. 
In der ersten Maiwoche kamen da einige Saisoncamper, die ihre Wohnmobile, Wohnwagen und riesen Plane davor legten und sich für eine längere Zeit einrichteten.
KNATTY fuhr also ab und direkt von Quiberon runter, ohne nochmal die Cote Sauvage zu fahren. Es war wieder so einiges an Verkehr los und einige frühe Morgen Spinner waren auch unterwegs. Wir fuhren zuerst die Tracks aus letztem Jahr in entgegengesetzter Richtung. Das ging anfangs ganz gut. Dann nicht mehr. KNATTY drehte wieder unzählige Male auf irgendwelchen Kreisverkehren. Fuhr falsche Abfahrten auf Nationalstraßen, die sie dann ellenlang bis zur nächsten Ausfahrt fahren musste um dann wenn`s dumm lief auf der nächsten Nationalstraße zu landen. Doch wie wir später mit bekamen ging es selbst PKWs mit F Kennzeichen genauso wie KNATTY. Einer hatte schon auf der Fahrerseite ne weiße Friedensflagge raushängen als er mittig auf ner KV Ausfahrt stehen blieb - um dann eventl doch noch die nächste KV Ausfahrt nehmen zu können. Doch am übelsten waren die Einbahnstraßen - die wir dann einfach in entgegen gesetzter Richtung fuhren weil die für Radfahrer frei waren und wir nur so dem Track folgen konnten.  KNATTY fuhr schon so viele Radwege, warum also nicht auch in Frankreich. Einmal war ne ganz lange dabei. Wenn die .. Die Police nationale (deutsch Nationalpolizei; früher Sûreté nationale) ist neben der Gendarmerie nationale das wesentliche polizeiliche Exekutivorgan in Frankreich. Die Police nationale ist dabei für die Städte zuständig, während die Gendarmerie die polizeilichen Aufgaben im ländlichen Raum übernimmt ... uns dabei erwischt hätten - vlt kommt ja noch was, wenn die Franzosen unsichtbar arbeiten - hätten sie uns gleich inhaftiert. Zus fuhren wir bemerkt einmal in einer Umweltzone.  Wir waren also orientierungslos, ohne zuverlässiger, uns Sicherheit gebender Magente farbener Tracklinie, der wir einfach nur folgen mussten im Starkregen unterwegs.


KNATTY denkt sich wohl - bringen wir Fußie und den Körper zu Fall - kriegen wir bestimmt nen Kaffee .... Anm. : KNNATTY hatte mit dem Sturz nix zu tun und war im Gegensatz zur Fahrerin stabiler unterwegs
 
Nach ein paar Stunden Fahrt mussten wir dringend Pippi und hielten an einem Kanal wo einige Hausboote, vlt zur Vermietung standen, um dort schnell und ungesehn in der Ecke auf dem Rasen zu machen. Kein idealer Platz, nix mit ungesehn - doch es pressierte. KNATTY stellten wir vor solchen Steinklötzen ab. Als wir die Langhaarrasenfläche betreten wolln - laufen wir gegen eine quergespannte Kette mit beiden Schienbeinen und uns hauts voll auf die Brust, Schultern, Arme, Hände, Hüftknochen - so eine richtige Fallschirmspringerhaltung frontal auf den Boden Landung. Ein Mann kommt aus einem gegenüberliegenden Laden und sagt das sei hier Privatbesitz - und ob alles mit mir ok sei. Wir können gar nicht gleich antworten und müssen erst mal den Sturz mit die ramponierten Körperteile sortieren, der voll reinhaute. Er bietet mir was zu trinken an, nein Wasser hab ich selbst, Kaffee ? ... Ja ein Kaffee wäre nicht schlecht ... da wir noch keinen Kaffee und auch nichts gegessen hatten. Das sollte nach dem Austreten statt finden. Wir folgten ihm in seinen Trödelladen. Er ist / war selbst Motorradfahrer, hat seine 1200 GS erst kürzlich verkauft. Er stellt einen Besenstiel zur Seite, damit der mir nicht auch noch gefährlich werden könnte. Zeigt wo Stufenabsätze sind, damit ich da nicht auch noch drüber stolpere da die Räume voll gestellt und sehr dunkel sind. Meine Schulter, Arm, Hand schmerzt wie Sau. Er gibt mir sogar noch Arnika Salbe - die ich mir auf die schmerzenden Stellen schmiere. Ich dachte ja, ich hätt selbst meine Schmerzsalbe dabei - doch dem war nicht so und wenn wäre sie tief verstaut im Gepäck gewesen. Ich trinke den leckeren kleinen Kaffee, schmiere mich ein, bedanke mich für beides und verlasse den Laden und stolpere fast wieder seine Treppenstufen hinunter. Er ist schon ganz irritiert über meine konzentrationslose Dusseligkeit dass ich nicht gucke wo hin ich laufe. Wir können dann weiterfahren - fahren können wir ja - nur nich mehr richtig laufen.

Das muss die Stelle sein wo wir zu Fall kamen ... wir rissen die quergespannte Kette durch den Sturz gleich mit ab

Irgendwann fängt es an zu regnet. Da wir die Hoffnung haben es wird nicht so schlimm und hört wieder auf ziehen wir nicht beim ersten gefallenen Regentropfen die Regencombi an, sondern erst viel später als die Motorjacke sich schon schön voll gesogen hatte. Es regnete dann den ganzen Tag und nicht wenig. Wir mussten unseren schmerzenden Körper in die Regencombi zwängen. Bekamen kaum die Beine über Kreuz um in die Hosenbeine zu kommen. Die Temperaturen gingen von 13° C auf 11° C runter - wir hätten durchaus noch mehr Klamotten anhaben können.
Zu allem übel reagierte das andere GARMIN Gerät ohne Camera auf den Regen und navigierte nicht mehr richtig. Es wurde immer schwieriger mit der Navigation bis dann gar nichts mehr klappte. Durch die Kälte hielten auch die Akkus nicht lange und es kamen Meldungen : Batterie leer - obwohl se dann doch noch bisschen konnten. 
Wir fuhren wieder an einigen tollen Kirchen und Bauten vorbei. Doch machten nicht ein Photo. Wir waren ruhelos und nahmen uns nicht die Zeit. Die Rapsfelder waren bereits verblüht, abgeerntet oder tot geregnet dass sie ihre schöne gelbe Farbe verloren hatten. Doch wir rochen schon auch noch mal Rapsduft.
 



 
Irgendwann mussten wir nach 288 RegenKM Fahrschluss machen, wir waren bereits total durchnässt. Wir bemühten DAS GARMIN ne Unterkunft zu suchen und fanden ein Camp. Doch dort war niemand, bis auf ein Pferd und ein Verrückter mit ner Krachenduro - den wir fragten. Monsieur ?? fragen - dort in dem Haus. Hinter seinem Haus setzten wir bereits ne Markierung - schwerfällig war`s aus der nassen Regencombi zu kommen. Wir versuchten den Monsieur erst erfolglos am Hinterausgang des Anwesens zu erreichen. Doch fuhren dann wieder zurück und hatten das kleine Schild mit dem Campinghinweis übersehen. 
 
Dieser Ort ist bemerkenswert
 
Monsieur kam und bot mir sofort sein Haus, den Aufenthaltsraum und für KNATTY seinen Stall zur Übernachtung an. Nach dem Absatteln wollten wir KNATTY da rein fahren, doch es ging rutschig kantig uneben nach oben und wir ließen es, da wir fertig waren und nichts riskieren wollten. Wir ließen KNATTY dann im Regen stehen. Wir konnten dort duschen und unseren schmerzenden ramponierten Körper mit der nicht - sondern Rheumasalbe - Schmerzsalbe einschmieren. Unsere Technik laden und uns was nudeliges zu essen machen. Wir fragten den Monsieur mehrmals was wir zahlen müssen ... dass wir uns das auch leisten können und keine bösen Überraschungen erleben ... SO VIEL wie wir geben möchten sagte er ... wir gaben ihm 10 € und hofften es sei ok. Er sprach gut deutsch und sagte zum Abschluss ... wenn wir uns morgen Früh sehen, fragt er mich ob ich gut geschlafen habe. Wir fielen dann tot auf unser Nachtlager auf dem Boden. Wir froren anfangs sehr - doch je mehr wir zur Ruhe kamen wurde es uns wieder wärmer im Schlafsack.

Innerhalb kurzer Zeit haben wir unsere Klamotten im ganzen Raum verteilt




KNATTY übernachtet bisschen geschützt von dem Regen halb unter einem Baum

Später hört es dann tatsächlich noch auf zu regnen und auch die Sonne lässt sich wieder sehn. Der Monsieur läuft draußen rum - doch wir haben uns unserer durchtrieften Klamotten entledig und wollten nicht auch noch den schwarzen Seesack auspacken wo unsere Schlappen drin sind .


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