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Mittwoch, April 29, 2026

Lettland đŸ‡±đŸ‡»

 Wir starten gegen 7 bei herrlichem 7 ° C Wetter. In der Nacht war uns so warm dass wir ein Merinoshirt auszogen und erst morgens wieder anzogen. Die Wetterprognose und allen anderen Reisenden war's zu kalt. Wir zogen morgens sicherheitshalber das letzte langĂ€rmelige Merinoshirt aus Norge an und stiegen gleich in die Regencombi. 7° C war doch garnicht kalt und wir rollen die 50 km kurische Nehrung runter zur FĂ€hre. Vor uns lĂ€uft ein Wildreh von rechts nach links ĂŒber die Straße. Irgendwann ist der Asphalt nass, hier wird's geregnet haben. Auf der Klaipeda Seite stehen dunkle Wolken. Wie können gleich auf die FĂ€hre fahren. Auf der Hintour zahlten wir 7,70 € was auch gleich die RĂŒckfahrt ist, wie wir spĂ€ter lesen. Wir wollen in Klaipeda tanken und einen Kaffee trinken. Kurze Zeit spĂ€ter geht die Welt unter und es bricht ein Hagelsturm los, da kommt ne Tanke und wir setzten unser Vorhaben direkt in die Tat um. WĂ€hrend wir en Hot-Dog mampfen u. XL Kaffee trinken beruhigt sich das Wetter wieder. Wir dĂŒsen weiter. Es macht Spaß durch Litauen đŸ‡±đŸ‡č  oftmals Nationalpark zu fahren. Bis es sich erneut eindunkelt und ein waschechter Schneesturm losbricht. Wir halten dagegen und kommen voran. Irgendwann sind wir durch die Schneewolke hindurch und das Wetter tut als ob nix gewesen ist bei strahlend blauen Himmel mit weißen SchĂ€fchenwolken und Sonne. Die folgenden SchneestĂŒrme weiten sich zu dunklen Schneeorkanen aus dass unsere Helmsicht in nullkommanix dahin ist und wir mehrmals anhalten um den Helm vom Schnee zu befreien. JOLIE bringt alle Energie auf um sich senkrecht gegen die Seiten Orkanboen zu stemmen und nicht weggepustet zu werden. Es ist doch ein Irrsinn was wir hier treiben und haben unseren Spaß. Bei solch Bedingungen bin ich noch nie Motorrad gefahren. Als ein Restaurant Hotel kommt halten wir. Trinken einen 2 € Kaffee und versuchen mit den Papiertischservierten den Helm, das Handy u. alles andere trocken zu bekommen. Draußen scheint wieder am blauweißen Wölkchenhimmel die Sonne. Will das Wetter uns verarschen? Es sind noch etwas ĂŒber 3 km zum Berg der Kreuze. Wir juckeln wieder los. Sparen uns den Eintritt weil JOLIE sich möglichst Orkan geschĂŒtzt zwischen ein Schild und MĂŒlltonne stellt. Wir spazieren zu den Millionen Kreuzen, einige viele sind mit Ketten umhĂ€ngt, was dem ganzen wohl etwas den ursprĂŒnglichen Sinn nimmt u. dadurch kitschig wirkt. Oder aber es ist nur unsere D Verbohrtheit die so empfindet. Als wir wieder starten bricht 1 Min. spĂ€ter erneut ein heftiger Schneeorkan los. Diesmal halten wir hinter einem Baum an um nicht gleich wieder die Helmsicht zu verlieren. Dann geht's weiter auf gerader Orkanstrecke. Einige von vorn kommende LKWs spĂŒren wir fast garnicht, andere reissen uns fast vom Asphalt. Der Wind ist schon so stark genug und fordernd auch ohne Schneeorkan. JOLIE hĂ€lt tapfer durch. Von linker Seite aus kommt eine dunkle Wolkenwand auf uns zu, da schaun wir doch lieber nach rechts in den blauen sonnigen Himmel. Meine Skifahrzeit ist ja schon lang vorbei. Damals kehrten wir selbst in der Skigruppe irgendwo ein wenn die Sicht gleich null war und das war sie heute mehrmals und ein Wunder dass sich die Orkanschneefelder immer weiter bewegten o. wir sie durchfahren konnten. Bis sich ein Campingplatz Schild auftut und Jolie spontan abbiegt. Wir zahlen fĂŒr einen Zeltstellplatz auf ner Wiese neben der stark befahrenen Straße runtergehandelt und bar bezahlt 10 €. Bauen kĂ€mpferisch gegen den Orkan halb unter einem Baum der stĂ€ndig Äste verliert das Zelt auf. JOLIE steht dicht mit Schnauze neben uns und wir hoffen die Nacht nicht davon getragen zu werden. Mittlerweile ist's schon wieder trotz Sonne durch den starken Orkan frostig kalt dass wir mit unseren Eisfingern komplett im Schlafsack verschwinden mĂŒssen. SanitĂ€ranlagen scheint's hier nicht zu geben. SpĂ€ter lĂ€sst sich der Chef des ganzen bei mir blicken. Die Cafe MĂ€dels bei denen ich zahlte hatten ihm gesagt dass er einen ersten Campinggast hat. SanitĂ€re Anlagen sein noch zu, doch ich dĂŒrfte die Toilette nebenan im kleinen Hotel benutzen. Was ich auch direkt teste. Es waren gesund aussehende sportliche MĂ€nner?/ Jungs dort beim Kochen anzutreffen. Den Stromanschluss zeigte mir der Chef auch noch, ich hatte ihn bereits gefunden u. lud mein Handy. Er sagte dass das Wetter hier seit einiger Zeit so ist und wohl noch anhalten soll. Richtiger Winter also. Toll ... hatten wir ja lange nich. Achim checkte immer das Regenradar von Wetteronline dass ich es mir auch auf's Handy holte. Christian dem Historiker aus Bayern war's viel zu kalt und ich dachte bei der Abfahrt heut FrĂŒh bei tollem hellen 7° C  Sonnenscheinwetter dass die mal wieder alles dramatisieren und das Wetter vollkommen ok ist. Bis dann die Temperatur im Orkan Schneetreiben doch auf 3° C abfiel  .. doch immer wieder nach dem Schneeorkanspektakel auf 7 / 8 / 9° C  anstieg. Am Abend scheint nun die Sonne u. der Wind hat sich erstmal gelegt. Wir werden sehn wie's sich weiterentwickelt.


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